Unser Leben ist wie eine Brücke verankert in einem unsichtbaren Bereich: Geburt und Tod.

Aktualisiert: 27. Feb 2020



Prägend für meinen Lebensweg, meine inneren Einstellungen, waren vor allem das Kloster in Italien(1990 - 2006), aber auch die Erfahrungen meiner eigenen Grenzen, meiner Mängel und Barrieren. Immer tiefer spürte ich die Begrenztheit, Oberflächlichkeit und damit auch Ungerechtigkeit unserer menschlichen Beziehungen, aber auch der öffentlichen Wahrnehmungen in allen Bereichen. Es muss doch mehr geben ...?! Je weniger zuhause ich mich auf dieser Welt fühle, umso intensiver wächst auch die Sehnsucht nach der geistigen Welt und so befinde ich mich in einem schmerzhaften Zustand des "nicht mehr - noch nicht". Ein Zustand den wahrscheinlich viele nachvollziehen können ... aber wir sind alle noch zu sehr in unseren irdischen Gesetzen und Verhaltensweisen verstrickt, die da lauten z. B.: so wie du mir, so ich dir ... meine Arbeitskollegin wird zu Unrecht verleumdet? Ich bin froh, dass es mich nicht trifft ... caritative Organisationen bitten um Spenden? Was gehen mich die Armen an, ich brauche mein Geld selber ... mein Nachbar ist seit Jahren arbeitslos? Wenn er wollte, hätte er doch längst Arbeit gefunden, liegt zuhause nur auf der faulen Haut, lebt auf Kosten der Gesellschaft ... Flüchtlinge ertrinken auf dem Meer? Sollen sie doch bleiben wo sie sind, wir können sie hier nicht brauchen ... Diese und ähnliche Einstellungen werden bei jedem Tod mit ins Jenseits genommen und haben dort wie eine gärende, stinkende Kloake Einfluss auf das Leben unserer Welt ... Ich möchte das Gebetsleben meiner Vergangenheit als Ordensschwester in veränderter, aber ebenso intensiver Form weiterleben. Ich habe es damals wie ein unsichtbares Netz einer geistigen Kraft der Liebe empfunden, das durch Gebete, Fürbitten und Dank, in einer ständigen Spannung über dem gesamten Erdball gehalten wird. Dieses Gebet hat unsere Welt nötig - heute in einem geistigen Kampf mehr denn je. Der "Treibstoff", der Energielieferant für das Gebet ist aber ein tiefgreifender Bewusstseinswandel. Wir sind auf dieser Erde nur so stark wie das schwächste Glied in der Kette: das sind die Misshandelten, die Hungernden, die Flüchtlinge, die Heimatlosen, das ist ebenso die Natur, unsere Mutter Erde, das Wasser, die Wälder. Wer feinfühlend ist, kann ihren Schmerz über die Zerstörung spüren. Das Gebet des Ordenslebens umfasst in Jahrtausende alter Tradition aber auch den unsichtbaren Bereich der Toten, die mit uns verbunden sind und deren ungelöste und ungeheilte Zustände Auswirkungen auf das Leben in unserer Welt haben. Es ist jener Bereich, der in unserer westlichen Gesellschaft verdrängt und vernachlässigt wird und dessen Fürsorge, wie die einer Amme, einer Mutter, ich durch diesen Blog wieder bewusst machen will. Das Leben ist soviel größer und tiefer und geheimnisvoller und weiter, als wir mit unseren beschränkten fünf Sinnen je wahrnehmen können.


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